Burgen, Schlösser und viel Sonne

endlich-sonne

Irgendwann hatte es in der vergangenen Nacht aufgehört zu regnen und wir wurden frühzeitig von der Sonne geweckt, die direkt durch unseren Zelteingang schien. Nach ausgiebigem Frühstück in der Sonne und als das Auto neu gepackt war, ging es dann los. Wir wollten wenigstens noch auf den Turm der Burg von Strakonice. Vorher mußten wir noch durch das Museum, das im angrenzenden Trakt der Burg untergebracht ist. Da rief mich dann auch meine Mama an und wollte alle Einzelheiten über unsere ehemalige Urlaubsresidenz wissen. Sehr viel konnte ich ihr leider nicht sagen. Sie fragte mich dann noch ob ich wirklich den engen Gang zum Turm hoch wollte und ich sagte: Na klar!

Turm Strakonice Museum Strakonice die erste Treppe

Nur war ich beim letzten Besteigen nur halb so groß wie heute und mein Knie war noch ganz 😉 Die erste Treppe war noch harmlos, obwohl auch eine Herausforderung . Die Wendeltreppe zum Turm verlangte mir dann doch sehr viel Überwindung ab. So hatte ich das nicht in Erinnerung. Man konnte gerade so aufrecht stehen, aber man blieb mit den Schultern zwischen den Wändern hängen, so dass man halb schräg hochlaufen mußte. Ich hab ja schon so meine Probleme, bei uns in den 5. Stock zu kommen und da hab ich dreimal soviel Platz. Ich brauchte drei Anläufe, um mich zu überwinden, aber dann ging es im Nachstellschritt immer mit links vor eine Stufe nach der anderen hoch, das Gesicht zur Außenmauer gerichtet, die Hände an der Wand. Mit meinem rechten Bein konnte ich irgendwie gar nichts anfangen. Oben angekommen fragte ich mich dann schon, wie ich da wieder runterkommen sollte… Aber der Anblick von oben war dann doch den Aufstieg wert und ich hab mich gleich zwanzig Jahre in der Zeit zurückgesetzt gefühlt 🙂

die zweite Treppe fast geschafft ausblick-burg

Nach dem Turm war České Budějovice unser Ziel. Dort wollten wir die Brauerei (Budweiser) besichtigen. Auf dem Weg dorthin sollte in Hluboka ein schönes Schloß sein, hatte mir meine Mama früher am Tag mitgeteilt. Und als wir das dann von der Straße aus gesehen haben, haben wir kurzerhand beschlossen, auch dorthin noch einen kleinen Abstecher zu machen. Nur der Aufstieg machte mir Sorgen. Nach dem Treppensteigen hat mein Knie schon etwas gezwickt und man konnte nur in der Stadt parken und auf den Berg zum Schloß hoch laufen. Parken hätte natürlich was gekostet, also haben wir uns durch die Stadt einen Weg auf dem Berg gesucht und dort konnte man auch kostenkos parken. Man mußte nur noch eine Viertelstunde zum Schloß laufen, aber wenigstens ebenerdig.

Schloss Hluboka Park Schloss Hluboka Rapunzel, Rapunzel...

Das Schloß hatte eine schöne Parkanlage und war selber ziemlich groß. Nachdem wir es einmal umrundet hatten, beschlossen wir auf eine Fühung zu verzichten, noch schnell ein Eis zu essen (zmrzlina) und dann weiter zu fahren. Das Softeis hatte Vanille-Pistazie-Geschmack und der hat mich dann auch ganz schwer an unsere Urlaube in der Tschechei erinnert. Wahrscheinlich hab ich das früher auch oft gegessen 🙂

Detail Tuerknauf Schloss Hluboka Friedhof Hluboka

Den Besuch in Budweis haben wir dann aus Zeitgründen auch sausen lassen, weil wir noch zum Neusiedler See in Österreich fahren wollten und uns dort die Maut sparen und Landstraße fahren wollten. Eine kurze Rast haben wir dann trotzdem in Třeboň gemacht, wo wir in einem Plsener Restaurant Mittag gegessen haben. Ich hatte einen Riesen-Kartoffelpuffer mit Kümmel (den hätten sie wegen mir auch weglassen können…) und dazu Schweinegeschnetzeltes in einer süß-pikanten Soße mit Parika und Zwiebeln und Ralf hatte gegrillten Karpfen. War beides sehr lecker und frisch gestärkt legten wir die restlichen 250 km zurück.